Nicht jeder Klettergriff ist gleich – und das liegt nicht nur an Form und Farbe. Das Material, aus dem ein Griff gefertigt ist, beeinflusst maßgeblich, wie er sich anfühlt, wie lange er hält und wofür er sich am besten eignet. In diesem Artikel vergleichen wir die wichtigsten Materialien, die bei Klettergriffen zum Einsatz kommen: Polyurethan (PU), Polyester-Harz (PE), Holz und Fiberglas (GFK).

Klettergriff aus Polyurethan in kräftigem Gelb

Polyurethan (PU) – Der Klassiker für Kletterhallen

Polyurethan ist eines der am häufigsten verwendeten Materialien in modernen Kletterhallen. PU-Griffe lassen sich sehr detailliert gießen, wodurch feine Strukturen und präzise Texturen möglich sind – perfekt für technische Tritte und Griffe mit viel Charakter. Das Material ist vergleichsweise leicht und bietet eine angenehme, griffige Oberfläche.

Der Nachteil: PU ist etwas empfindlicher gegenüber UV-Strahlung und kann bei dauerhafter Sonneneinstrahlung im Außenbereich schneller ausbleichen oder spröde werden. Für den Innenbereich ist das in der Regel kein Problem.

Polyester-Harz (PE) – Robust und preisgünstig

Griffe aus Polyester-Harz, oft einfach PE-Griffe genannt, sind die robustere und meist auch günstigere Alternative zu PU. Sie sind widerstandsfähiger gegenüber UV-Strahlung und Witterung, was sie zur bevorzugten Wahl für Außenwände und Boulderanlagen im Freien macht. Dafür sind sie etwas schwerer und die Detailtiefe bei der Herstellung ist etwas geringer als bei PU.

PE-Griffe sind besonders beliebt für große Sets und Trainingsgriffe, bei denen Langlebigkeit und ein fairer Preis im Vordergrund stehen.

Holz – Natürlich und extrem langlebig

Holzgriffe haben einen ganz eigenen Charme: Sie fühlen sich warm und natürlich an und sind äußerst widerstandsfähig gegenüber Abnutzung. Aus diesem Grund werden sie besonders häufig für Fingerboards und Hangboards verwendet, bei denen es auf eine gleichbleibende, stabile Oberfläche für gezieltes Fingerkrafttraining ankommt.

Ein Nachteil: Holz kann bei Schweiß oder Feuchtigkeit glatter werden als texturierte Kunstharz-Griffe. Für allgemeine Kletterwände mit vielseitigen Routen ist Holz daher weniger verbreitet als PU oder PE, spielt aber im Trainingsbereich eine wichtige Rolle.

Fiberglas (GFK) – Für große Volumen und Macros

Wenn es um große Strukturen geht – wie Macros, Volumen oder große Flächenelemente – kommt meist glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) zum Einsatz. Fiberglas ermöglicht es, auch sehr große Formen stabil und gleichzeitig vergleichsweise leicht herzustellen. Die Oberfläche wird zusätzlich texturiert oder beschichtet, damit auch große Elemente griffig bleiben.

GFK-Volumen sind ideal, um Kletterwände dreidimensional zu gestalten und neue Routenmöglichkeiten durch Winkel und Überhänge zu schaffen.

Welches Material passt zu dir?

Die Wahl des richtigen Materials hängt vor allem davon ab, wo und wofür die Griffe eingesetzt werden sollen:

Oft ergänzen sich die Materialien auch wunderbar: Eine Wand mit PU- oder PE-Griffen, kombiniert mit ein paar GFK-Volumen für Struktur, bietet die größte Vielfalt an Bewegungsmöglichkeiten.

Wenn dir dieser Artikel geholfen hat, dein Material-Wissen rund um Klettergriffe zu erweitern, schau dich gerne in unserem Shop um – dort findest du Griffe aus den hier vorgestellten Materialien für jede Anwendung. Bei Fragen zur Auswahl stehen wir dir jederzeit gerne zur Seite. Bis zum nächsten Mal!

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