
Bouldern gilt als einfacher Einstieg in den Klettersport: kein Seil, kein Gurt, einfach loslegen. Trotzdem entfällt der Großteil der gemeldeten Hallenunfälle auf das Bouldern. Die Kletterhallen-Unfallstatistik 2025 des DAV zeigt, wo das Risiko liegt – und wie sich viele Verletzungen beim Bouldern vermeiden lassen. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Zahlen und Empfehlungen zusammen.
- Statistik 2025: 341 gemeldete Unfälle, in der Detailauswertung 174 beim Bouldern.
- Hauptursache: Stürze auf die Matte – 155 Fälle.
- Verletzungen: 89 % betreffen Arme und Beine, Umknicken macht 46 % aus.
- Wichtigste Regel: Abklettern statt abspringen, wo es möglich ist.
- Routenbau: Sanfte Einstiege, niedrigere Schlüsselstellen und Downclimb-Griffe helfen.
Was die Statistik zeigt
Für das Berichtsjahr 2025 wurden dem DAV insgesamt 341 Unfälle gemeldet. In der Detailauswertung von 252 Fällen entfielen 174 auf das Bouldern und 68 auf das Klettern. Beim Bouldern sind Stürze auf die Matte mit 155 Fällen mit Abstand die häufigste Ursache.
| Unfallhergang beim Bouldern | Anteil laut DAV |
|---|---|
| Umknicken | 46 % |
| Sturz auf obere Extremität | 27 % |
| Sturz auf den Rumpf | 1 % |
| Sonstiges | 26 % |
Insgesamt betreffen 89 Prozent der Verletzungen Arme und Beine. Bei Kindern und Jugendlichen sind häufiger die Arme betroffen, mit zunehmendem Alter eher Beine und Rumpf.
So vermeidest du Verletzungen
- Abklettern statt abspringen: Der DAV empfiehlt, wo möglich abzuklettern – besonders nach dem Top.
- Fallen und Landen üben: Laut DAV sollten richtiges Fallen, Landen und Spotten gelernt und regelmäßig geübt werden.
- Fallraum frei halten: Unter Bouldern nicht stehen oder sitzen, Trinkflaschen und Taschen weg von der Matte.
- Aufwärmen: Erst leichte Boulder, dann schwerere Züge.
- Ehrlich bleiben: Bei hohen, unsicheren Zügen lieber vorher abklettern als einen unkontrollierten Sturz riskieren.
Die Grundregeln für die Halle stehen auch im Beitrag Die fünf Sicherheitsregeln für Boulderhallen.

Beim Schrauben eines Boulders immer auch den Weg nach unten mitdenken: Gibt es nach dem Top einen gut erreichbaren Griff zum Abklettern? Ein einziger gut gesetzter Abkletter-Griff kann viele harte Landungen verhindern.
Was Hallen und Routenbauer tun können
Die Statistik richtet sich ausdrücklich auch an den Routenbau. Der DAV nennt relativ sanfte Einstiege, niedrigere Schlüsselstellen und sogenannte Downclimb-Griffe. Dafür braucht es genug passende Griffe in der Halle – große, gut haltbare Griffe zum Abklettern und eine Mischung, mit der sich Schlüsselstellen bewusst platzieren lassen.
Große, gut erreichbare Griffe neben dem Top-Bereich.
Die ersten Züge leicht halten, damit niemand aus dem Startzug unkontrolliert fällt.
Schwere Züge eher im unteren Teil des Boulders platzieren.
Routenschrauben mit Blick auf Sicherheit – siehe Routenschrauben.
Kinder: der DAV-Boulderschein
Aus der Unfallstatistik 2024 ist beim DAV der Boulderschein für Kinder und Jugendliche entstanden. Stufe 1 richtet sich an Kinder von etwa 6 bis 10 Jahren mit ihren Eltern und Boulderneulinge: richtiges Verhalten in der Boulderhalle, Bouldern mit Betreuung und Aufsichtspflicht. Stufe 2 ist für etwa 10- bis 14-Jährige mit ersten Erfahrungen: Verletzungen vorbeugen, Tipps zum besseren Bouldern und eine Prüfung.
Boulder sicherer schrauben?
RX Climbing Holds liefert Griffe und GFK-Volumen für Hallen und übernimmt auf Wunsch das Routenschrauben – mit Blick auf sichere Einstiege und Abkletter-Griffe.
Häufige Fragen
Was ist die häufigste Verletzung beim Bouldern?
Laut DAV-Kletterhallen-Unfallstatistik 2025 sind Stürze auf die Matte die mit Abstand häufigste Unfallursache beim Bouldern. 89 Prozent der Verletzungen betreffen Arme und Beine, Umknicken macht 46 Prozent aus.
Soll man beim Bouldern abspringen oder abklettern?
Der DAV empfiehlt: Wo möglich, abklettern statt abspringen. Richtiges Fallen und Landen sollte trotzdem gelernt und regelmäßig geübt werden.
Was ist der DAV-Boulderschein?
Ein Kursangebot des DAV für Kinder und Jugendliche in zwei Stufen: Stufe 1 für etwa 6- bis 10-Jährige mit Eltern, Stufe 2 für etwa 10- bis 14-Jährige mit ersten Erfahrungen.
Was können Hallen beim Routenbau für die Sicherheit tun?
Der DAV nennt sanfte Einstiege, niedrigere Schlüsselstellen und sogenannte Downclimb-Griffe, über die man sicher abklettern kann. Mehr dazu im Beitrag Routenschrauben.