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Von Raul Ortiz, Gründer von RX Climbing Holds7 Min. LesezeitStand: November 2026
Boulderer an einer Wand mit Klettergriffen von RX Climbing Holds
Saubere Technik spart Kraft – an jeder Wand.

Viele Einsteiger versuchen, Boulder mit Armkraft zu lösen. Das funktioniert eine Weile – bis die Unterarme dicht sind. Gute Bouldern-Technik verlagert die Arbeit auf Beine und Hüfte, spart Kraft und macht Züge möglich, die mit reiner Kraft nicht gehen. Dieser Ratgeber fasst die Grundlagen zusammen: Fußtechnik, Körperposition und die wichtigsten Moves.

Das Wichtigste in Kürze
  • Füße zuerst: Präzise mit der Schuhspitze treten, Tritt anschauen, leise aufsetzen.
  • Arme lang: Die Reichweite kommt aus Beinen und Hüfte, nicht aus den Armen.
  • Positionieren statt blockieren: Stabilität entsteht durch die richtige Position.
  • Sechs Grundmoves: Toehook, Heelhook, Eindrehen, Mantle, Dyno und Knieklemmer.
  • Üben: Technik lernt man an leichten Bouldern, nicht am Limit.

Fußtechnik: die Basis

Laut Bergzeit wird meist mit der Spitze des Schuhs getreten – im Bereich des großen Zehs. Das gibt mehr Gefühl und Kontrolle. Nach dem Antreten hilft es, die Ferse leicht abzusenken: Die Wade entspannt und die Arme werden entlastet. Kleine Schritte sparen Energie gegenüber hohen Antritten.

  • Blick auf die Füße: Den Tritt anschauen, bis der Fuß sicher steht.
  • Tritt umkreisen: Den Fuß zweimal um den Tritt kreisen, dann präzise aufsetzen.
  • Umtreten: Den Fuß dreimal neu setzen, bevor der nächste Griff kommt.

Körperposition und Arme

Der DAV beschreibt einen Kletterzug in drei Phasen: In der Vorbereitungsphase werden die Füße präzise gesetzt. In der Hauptphase kommt die Reichweite aus Beinen und Hüfte – die Arme bleiben lang. In der Stabilisierungsphase wird die Spannung wieder reduziert; Stabilität soll laut DAV über Positionieren entstehen, nicht über Blockierkraft.

PrinzipWas es bringt
Arme langGewicht hängt am Skelett, die Unterarme ermüden langsamer
Schwerpunkt verlagernHüfte über die Füße bringen, bevor der nächste Griff kommt
Eingedreht kletternHüfte seitlich zur Wand bringt mehr Reichweite
Sauberes Tretenweniger Abrutschen, mehr Vertrauen in kleine Tritte
Raul Ortiz
Praxis-Tipp von Raul

Beim Aufwärmen bewusst einen leichten Boulder mehrmals klettern – jedes Mal mit einem anderen Fokus: einmal nur auf leise Füße achten, einmal nur auf lange Arme. So wird Technik zur Gewohnheit, ohne dass die Kraft gebraucht wird.

Die sechs Grundmoves

Das Outdoor-Magazin nennt sechs grundlegende Moves, die beim Bouldern immer wieder vorkommen:

Toehook

Mit der Oberseite des Fußes ziehen – hält den Körper im Dach oder verhindert das Aufschwingen.

Heelhook

Mit der Ferse einhaken, um Gewicht zu verlagern oder eine offene Tür zu halten.

Eindrehen / Dropknee

Bein nach innen drehen und zwischen Tritten verspannen – oft im Überhang.

Mantle

Über eine Kante oder einen runden Ausstieg hochdrücken.

Dyno

Dynamischer Zug mit Schwung aus Körper und Beinen zu einem weiten Griff.

Knieklemmer

Knie zwischen Fuß und Wand klemmen – vor allem in Dächern und Kaminen.

Volumen und große Griffe laden besonders zu Hooks und Eindrehern ein – mehr dazu in Klettervolumen und Macros. Wie sich die Wandneigung auf die Technik auswirkt, erklärt Wandwinkel beim Bouldern.

Übungen für die nächste Session

  1. Leise Füße: Einen leichten Boulder klettern, ohne dass ein Tritt hörbar ist.
  2. Arme-lang-Runde: Jeden Zug aus der Hüfte einleiten, die Arme bleiben gestreckt.
  3. Ein Move pro Session: Einen der sechs Grundmoves an mehreren Bouldern gezielt üben.
  4. Video: Den eigenen Versuch filmen und mit einem flüssigeren Versuch vergleichen.

Technik gezielt verbessern?

Im Personaltraining von RX Climbing Holds werden Technik, Kraft und Kopf gezielt trainiert – einzeln oder in kleinen Gruppen, in der Halle oder an der Trainingswand in Miesbach.

Häufige Fragen

Mit welchem Teil des Schuhs tritt man beim Bouldern?

Meist mit der Schuhspitze im Bereich des großen Zehs. Das gibt laut Bergzeit mehr Gefühl und Kontrolle als das Treten mit dem Mittelfuß.

Warum soll man beim Klettern die Arme lang lassen?

Mit langen Armen hängt das Gewicht am Skelett statt an der Muskulatur. Laut DAV kommt die Reichweite aus Beinen und Hüfte, während die Arme in der Trittphase lang bleiben.

Was ist ein Dropknee?

Beim Dropknee oder Eindrehen wird das Bein nach innen gedreht, um sich zwischen zwei Tritten zu verspannen – oft im Überhang.

Wie lernt man Technik am schnellsten?

Mit bewusstem Üben leichter Boulder, gezielten Fußübungen und Feedback von außen. Ein Personaltraining zeigt Fehler, die man selbst nicht bemerkt.

Raul Ortiz

Über den Autor: Raul Ortiz klettert seit 2006, entwickelt und gießt mit RX Climbing Holds in Miesbach Klettergriffe und GFK-Volumen und schraubt regelmäßig Boulder und Seilrouten in Hallen in Oberbayern. Mehr über uns

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